Ich sehe mich mehr als Produzent – Marc Brauner im Interview

2015.10.10.Marc BraunerWenn es um die Veranstaltungsreihe We Change The Weather geht, dann fällt auch schnell der Name Marc Brauner, welcher auch schon bei anderen Veranstaltungen wie z. B. Berlin Mercedes-Benz Fashion Week oder Milch&Honig positiv aufgefallen ist. Auch bei der nächsten We Change The Weather am 10. Oktober darf sein Name nicht fehlen. feierei.de wollte mehr über die Person hinter dem Namen wissen und stellte ihm ein paar Fragen.

 

Erzähl uns was von deinem Werdegang, warum Du DJ geworden bist, und was waren deine bisherigen Meilensteine?

Meine musikalische Laufbahn fing im Alter von 4 Jahren an, als meine Mutter mich in den Schlagzeug Unterricht steckte. Nach ca. neun Jahren Schlagzeug fing ich dann an am Computer mit Reason und Logic Pro 9 Beats zu bauen. Zuerst Hip Hop und RnB, bis ich ein paar Jahre später meine Liebe zur House Musik fand und von da an nur noch überwiegend housigen Stuff produzierte. Da ich meine Musik einer breiteren Masse zugänglich machen wollte, fing ich auch an aufzulegen. Seid 4 Jahren produziere ich für die Mercedes Benz Fashion Week exklusiv Musik und lege dort auch auf. Ende letzten Jahres habe ich mit meinen Kollegen Igor Botur und Mateusz Gajda das Künstlerkollektiv We Change The Weather ins Leben gerufen unter dem wir Musik veröffentlichen, Partys veranstalten und Mode kreieren. Man hält sich auf Trab :)

 

Produzierst Du auch neben dem Auflegen?

Ja, ich sehe mich auch viel mehr als Produzent statt DJ. Das produzieren und neu schaffen von Musik hat einen deutlich höheren Stellenwert in meinem Leben als das auflegen. Irgendwann soll es dann auch weg vom auflegen hin zu einem Live-Set gehen.

 

Welche Musiker haben dich bei dem bisherigen Schaffen massiv beeinflusst?

Oh, diese Frage ist immer schwer zu beantworten, weil ich immer wichtige Personen vergesse. Aber um es zusammen zu fassen: Meine Augen und Ohren sind immer sehr stark auf die britische House-Szene gerichtet. Grime und Garage beeinflusste House Tracks sind voll mein Ding, und das können die da drüben am besten. Drei wichtige Namen wären in diesem Fall: Dusky, Huxley und Shadow Child.

 

Was dürfen wir an neuen Produktionen von dir erwarten?

Es bleibt wie gewohnt melodisch und housig, was die Marc Brauner Tracks angeht. Mein nächstes Release “I Might” erscheint demnächst auf dem neuen Berliner Label “Ab und An” auf Beatport etc. und eine weitere EP namens “Dopamine” steht auch bereits in den Startlöchern – tba – außerdem habe ich grad diverse Projekte mit anderen Künstlern auf dem Schirm in denen ich als Produzent auch andere Genres wie RnB oder Downtempo bedienen werde. Da kommen begabte Sängerinnen auf euch zu, man man man.

 

Die Major Musikvertriebe unterstreichen gerne ihre Bedeutung dahingehend, dass ohne ihr Kapital keine Talente mehr gefördert werden könnten. Wie steht ihr dazu?

Ich habe mich ehrlich gesagt nie mit Majors beschäftigt. Ich weiß nur, dass das kreative Umfeld in dem ich mich bewege meist independent unterwegs ist und auch so einiges auf die Beine stellt, ohne Finanzspritzen von großen Majors. Also bisher läufts auch ohne ganz gut.

 

Wegen der heutigen Digitalisierung gibt es gefühlt mehr DJs und Produktionen. Fluch oder Segen?

Was Produktionen angeht eher ein Segen, weil das Angebot an guter Musik stetig wächst und es selbst für Leute mit wenig Geld einfacher geworden ist große Musik zu produzieren, ohne ein teures Studio zu mieten.
Was DJ´s angeht, definitv ein Fluch. Heute ist doch schon jeder DJ, der bei Spotify ne Playlist erstellen kann. Aber hey – jedem seins, nech :)

 

Welche Location, die Du noch nicht bespielt hast, steht auf deinem geheimen Wunschzettel ganz weit oben?

Ganz, ganz, ganz, ganz weit oben wäre da selbstverständlich das Fusion Festival, direkt gefolgt von meinem Lieblingsclub in Berlin, dem Sisyphos.

 

Und wo kann man dich in nächster Zeit in Aktion sehen?

Am 10. Oktober spiele ich wieder in Bremen bei unserer vierten We Change The Weather Party in der Lightplanke. Und am 29. Oktober spiele ich mit meinem Partner in Crime Igor Botur im schönen Prince Charles in Berlin.

 

Zum Abschluss die Klassiker Frage: Was war dein bisher schlimmstes Erlebnis beim Clubauftritt? Was geht gar nicht, aber kommt dennoch immer vor?

Da gibt es eigentlich kein super schlimmes Erlebnis. Auf jeden Fall nix derart peinliches oder schlimmes, das jetzt hier nennenswert wäre. Habe gerade wirklich gefühlte 20 Minuten überlegt, aber mir fällt nichts ein. :)

Was gar nicht geht, aber dennoch immer wieder vorkommt, ist Rassismus und Homophobie. Menschen, die heutzuTage noch so ein mittelalterliches Denken an den Tag legen, stoßen bei mir nur auf Verachtung.

 

 

Das Interview führte Ma-Cell.

 

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Ma-Cell

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