Interview: Kim Pixa – Immer ein bisschen in Bewegung (Verlosung)

Kim Pixa, der schräge Artist, Producer und DJ, war schon Anfang der 90er in der Tschechischen Techno House Szene tätig. Der Techno Pioneer aus Prag gehört derzeit zu den anerkanntesten Underground Künstlern in der tschechischen Dance Szene und gründete zum Beispiel die erste tschechische Techno Band Weki, die es im Gegensatz zu Fraktus wirklich gab. Er veröffentlichte seine Tracks auf Labels wie Beef Records, Tribalvision Records, Catwalk, Treatmühle, Le Mans, Future Lovers und produzierte die offiziellen Hymnen für O2 Telefónica zu den größten Festivals in der Tschechei. Viele Jahre war er auch Resident und Veranstalter in dem weltbekannten Klub Roxy. 2009 gründete er sein eigenes Label La Pascos Records, wo er Künstler wie Oliver Klein, Peter Jürgens, Deepchild und James Harcourt präsentierte. 2012 gewann Kim den großen Beatport Remix Contest, wobei ihn der Top Produzent Marc Romboy endeckte und seinen Remix auf Systematic Recordings veröffentlichte. Seit diesem Jahr lebt Kim Pixa in Berlin und lernte Tagträumer² kennen, der von seiner Musik sofort überzeugt war und Kims Album auf dem Berliner Label BlackFoxMusic veröffentlichen wird. Genug Argumente um jetzt schon mal Kim Pixa per Interview auf den Zahn zu fühlen.

Obwohl Du in Tschechien sehr bekannt bist, zog es dich nun nach Berlin. Was war der Auslöser?

Ich wollte neue Menschen kennenlernen, aber auch neues Erleben. Ich lebe für die Musik und ich reise sehr viel, damit ich neue Inspirationen aufsammle. Ich bin letztes Jahr über 30 000 Kilometer gereist. 6 Monate habe ich in Spanien verbracht und gleichzeitig in dem Land auch mein neues Album produziert. Ich muss immer so ein bisschen in Bewegung sein.

Siehst Du Unterschiede zwischen der Tschechischen und Deutschen Szene?

Auf jeden Fall. Der Kommerz boomt in Tschechien jetzt an jeder Ecke. Es gibt dort nicht so feine Clubs wie hier in Deutschland bzw. Berlin. Ich denke auch, dass die Mehrheit der Menschen dort nicht so viel Interesse an der elektronischen Musik hat. Leider gibt es auch keine Unterstützung von den Medien und der letzte wichtige Unterschied besteht darin, dass es dort kaum gute Produzenten gibt. Ich würde sagen maximal 5 talentierte Köpfe, mehr nicht.

Neben deinen jetzigen Tätigkeiten warst Du auch Resident und Veranstalter im Klub Roxy.

Ja, viele Jahre lang. Es ist der älteste und bekannteste Klub in der Tschechei. Ich musste viele Jahre warten, bis ich Resident dort geworden bin. Aber wenn Du da erst mal Resident warst, hast du auch den Sound in der Tschechei angegeben. Heute ist das anders , leider spielen da sehr viele auch unbekannte oder neue DJs wegen niedrigen Gagen, aber leider fehlt denen oftmals die Kreativität. Aber trotzdem ist es der einzige Klub in Tschechien in dem man heutzutage noch gute Musik hören kann.

Wie erklärst Du dir deinen bisherigen Erfolg in Tschechien?

Ich war immer anders und einen Schritt weiter als die anderen. Wenn alle damals Progressive House spielten, habe ich wiederum Electro und Minimal aufgelegt. Heute ist es Deep Techno bis Deep House. Ich bin nie mit der Mehrheit gegangen!

Trotz eigenes Label veröffentlichst Du dein Soloalbum nun auf BlackFoxMusic. Was sprach dagegen es auf deinem Label zu veröffentlichen?

Als Ich nach nach Berlin kam, wollte ich zu dem Zeitpunkt mein Album auf meinem eigenen Label veröffentlichen, aber es kam dann alles anders. Ich wollte mich nur mit Tagträumer² treffen, der sich auch um das Labelmanagement von BlackFoxMusic kümmert, und habe ihm vorher auch meine neue Musik geschickt, damit er sich schon mal anhören konnte, was ich bisher produziert habe. Gleich am nächsten Tag hatte ich ein Angebot auf meinem Tisch, das ich nicht ablehnen konnte. BlackFoxMusic übernahmen alle Kosten an dem Album und jetzt freue ich mich auf die Veröffentlichung.

Was für Ziele hast Du dir bei der Produktion deines Albums gesetzt?

Ich habe 3 Jahre lang nur mit Synths gearbeitet und das Endergebnis ist für mich ein neuer Klang. Ich habe mir vorgenommen, das ich was originelles schaffe, quasi meinen eigenen Sound. Dieses Jahr ist es so weit und es werden noch viele Releases kommen.

Wegen der heutigen Digitalisierung gibt es gefühlt mehr DJs und Produktionen. Fluch oder Segen?

Je nachdem wie man es sieht. Ein DJ, der nur seinen Kontroller kennt, ist kein DJ, man sollte schon wirklich mixen können. Ich habe alles schon hinter mich und widme ich mich mittlerweile mehr meinem Live Act. Bei dem Produzieren sollte jeder eine Chance bekommen um zu zeigen, was in ihm steckt. Es ist heute egal, ob es leichter mit der verfügbaren Software ist, hauptsächlich geht es um die Originalität und um die Idee an sich.

Du blickst auf eine Karriere bis in die 90er zurück. Was hast du im Vergleich zu deinen Anfängen von den unzähligen Auftritten mitnehmen und verbessern können?

Bestimmt die Technik des Auflegens, denn damals wussten wir noch gar nicht wie man mixt. Im Gegensatz zu früher ist die Nervosität weg und ich gehe heute die Dinge positiver und gelassener an.

Wie sieht dein Leben neben dem Auflegen und dem Produzieren aus?

Das ist eine schwierige Frage. Es dreht sich bei mir gerade jetzt alles um die Musik, somit habe ich wenig Zeit für mich und andere Dinge. Das ist jeden Winter so, nur im Sommer nehme ich mir viel Zeit für mich. Ein normaler Tag bei mir heißt spät aufstehen, denn ich mache jeden Tag Musik bis 6 Uhr morgens. Beim Frühstück bzw. Mittagessen werden Emails abgearbeitet und Nachmittags folgt ein Spaziergang um Neues zu entdecken oder auch Freunde zu treffen. Weil ich das Kochen sehr liebe, bereite ich mir immer was Gutes zum Abendessen zu, meistens mediterrane Küche. Danach kümmere ich mich oft noch um den angefallenen Papierkram wie Rechnungen und Verträge. Am späten Abend fange ich dann wieder an mich der Musik zu widmen. Am Wochenenden lege ich auf oder gehe aus in die Berliner Klubs, wo mich mich jeder treffen kann. Ich mag es halt neue Leute, insbesondere welche von den zahlreichen schönen Frauen hier, kennenzulernen und auch wechselnde Musik zu hören. Ansonsten reise ich halt viel, das ist mein ja größtes Hobby.

Was können wir dieses Jahr noch so von dir erwarten?

Das Album steht an erster Stelle, dann zahlreiche weitere Releases und Remixes auf die ich mich sehr freue. Dazu komme noch einige Videoclips. Ich such des Weiteren noch neue Sänger und werde dann auch auf Tour gehen. Es steht also noch viel Arbeit an. Wer wissen will, was sich neues tut bei mir, der sollte sich mit mir auf Facebook oder auf der neuen Myspace Seite verbinden. Ich freue mich über jeden, der sich für mein Schaffen interessiert und mich unterstützt.

Verlosung: Zur Feier der Album Veröffentlichung von Kim Pixa hat uns BlackFoxMusic zwei kleine Vinylpakete mit je 10 Vinyls gegeben, welche wir hier verlosen. Die Teilnahme endet am 8. April 2013 und ist wie immer einfach: Click&Win!

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