Prinzenbesuch bei Weald am 18.07.09

Ihn als Hoheit zu bezeichnen, ist zwar irgendwie gewagt, aber trifft es dennoch. Daheim ist er wiederum ein Tourist. Es ist die Rede vom DJ, Produzenten, Komponisten und Möbelbauer Hendrik Weber, der als Panthel, Glühen und Bassist der Hamburger Band Stella durch immer neue Welten wandelt. Und jetzt endlich auch wieder als Pantha du Prince.

Nach Remixen unter anderem für Depeche Mode und phantom/ghost sowie “zwei der schönsten Sommerhits des Jahres” (bleed in de:bug über “Lichten/Walden”) liegt uns nun sein neues Album “This Bliss” vor, das einmal mehr im Zentrum und an den Grenzen von House und Techno agiert. Es ist hier und anderswo entstanden, auf Reisen, zu Besuch bei Freunden, im Zug, im Flugzeug, im Transit zwischen Hamburg, Berlin, New York und einem alten Pariser Kloster. In fesche Diskursworte gekleidet: Das zweite Pantha du Prince-Album nach “Diamond Daze” (2004) ist ein Werk, das man zu recht “nomadisch” nennen kann, weil die mobilen Produktionsbedingungen sich im Produkt selbst niederschlagen. Die Bunkerbilder aus dem Paul Virilio-Buch “Bunker Archeology” im Booklet legen eine falsche Fährte, denn eingebunkert klingt hier nichts. Eindringlinge und Emissionen werden wie bisher zugelassen und gewollt. Bewusst gesetzte technologische und kommunikative Unschärfen sorgen dafür, dass das Zentrum auf “This Bliss” immer in Bewegung ist und so je nach Situation und Stimmung Sog- oder Fliehkräfte erzeugt. Versöhnte Ruhe kehrt kaum ein – selbst dann nicht, wenn die Bassdrum gerade nicht Boss ist. “This Bliss” klingt wie eine abenteuerliche Reise ans Ende der Welt (und der Nacht), die Soundbites verästeln sich zu schwelgerischem Zierrat oder zerstäuben zu glitzernden Klangfunken (wobei eine geisterhafte Tropfsteinhöhle oft das Klangideal dieser Detailarbeit zu sein scheint).

Somit war es nur konsequent, dass der Prinz schleunigst für einen neuen Besuch nach Hamburg eingeladen wird. Da hat Weald nicht lange gezögt, und zack, am Samstag ist auch wieder soweit. Live im Uebel und Gefährlich mit sympathischer Unterstützung von René Dachner und Julius Steinhoff.

Weald – Diamond Daze

18.07.09 – 0 Uhr

Uebel & Gefährlich
Feldstrasse 66
20359 Hamburg

Eintritt: 9€

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