“Und wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Holodeck” – Ein Nachruf an Claus Cohnen

2013.12.08.claus-cohnenMitte November diesen Jahres starb unerwartet Claus Cohnen, ein langjähriges, aktives Mitglied des Chaos Computer Clubs aus Hamburg. Durch grundlegende technische Arbeiten im Bereich der Holographie war er auch unter dem Spitznamen Holo Claus bekannt. Betroffen gedenken wir seiner Person und geben den wundervollen Nachruf aus seinem Kult-Mail Verteiler wieder. Danke an dieser Stelle an den Verfasser, der den Text uns zur Verfügung gestellt hat.

 

Claus – unser herzallerliebster “Holo-Claus” …

Nun ist das passiert, was keiner von uns jemals für möglich gehalten hätte:
Nach jahrelanger Tüftelei hast Du das Unmögliche möglich gemacht, hast Dein Holo- Spaceshuttle gezündet und bist in die unendlichen Weiten unserer Matrix davongeflogen…

Dabei hätten wir doch wissen müssen, dass Du Deine Ideen, egal wie unglaublich sie klingen mögen, immer in die Tat umsetzt.

Claus, Du Tausendsassa, Du Wunderkind, Du Paradiesvogel, Genie zwischen Genialität und unerschütterlichem Vertrauen in das größere Ganze…

Daniel Düsentrieb, Inspektor Gadget oder auch Doc Brown aus “Zurück in die Zukunft” – Du warst der Rebell dieser Zunft und doch der gelassenste Rebell, den die Welt je gesehen hat.

Die Punk Szene der frühen 80er, der Chaos Computer Club, die Techno Szene – es gab keinen Ort, an dem Du nicht zuhause warst und von allen anderen geliebt und bewundert wurdest.

Der mysteriöse unbekannte Junge, der sich mit einem Laptop auf dem Schoß vom Nerd und Paradiesvogel unter den Hackern spielerisch zur lebenden Legende tippte…
Grundlegende technische Arbeiten in der Holographie brachten Dir Deinen Spitznamen, Holos im Nutella Deckel, auf Kellogg’s- Packungen oder auf “New Yorker”-Tüten wurden zu Deinem Markenzeichen.

Unvergessen und legendär sind auch Deine Partys im Gaswerk. Gerade warst Du noch dabei, den 30. Chaos Communication Congress mit zu planen.

Der sozialkritische, hochbegabte Cyberpunk, der auf keiner Party fehlte – Du hast jede Party mit Deiner Ankunft ins Rollen gebracht und Du warst meistens der letzte, der ging und das Licht erst dann ausschaltete, wenn alle zugedeckt waren .

Du warst auch der erste, der am nächsten Tag genug Energie und Disziplin aufbrachte um die eigenen Projekte weiter voran zu treiben, mit einem Auge auf die Ungerechtigkeiten dieser Welt und mit einem Ohr für jedes Problem Deiner Freunde ansprechbar. Kein Tag, an dem man nicht um Deinen Rat gefragt hat – Du kanntest immer jemanden, der jemanden kannte, der weiterzuhelfen wusste.

Deine Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend und Deine Kreativität, Lebensfreude, Hilfsbereitschaft und Gelassenheit sind eine riesige Inspirationsquelle. Es ist kein Wunder, dass vorallem in den letzten Jahrzehnten energetische, junge Menschen Deine Nähe gesucht haben wie Motten das Licht. Liebevoll hast Du Dich um Deine “Kinder” gekümmert, die alle, jetzt wo Du weg bist, ein Stück näher zusammen rücken.

Ein Engel auf Erden oder wie Nina Hagen immer zu sagen pflegte: “Holy – Claus”. Du warst einer dieser Menschen, die ihre Lebenskerze an beiden enden abbrennen lassen – aber in Deinem Fall hat sich das verdammt nochmal auch gelohnt, weil Du ein so buntes und außergewöhnliches Leben hattest.
Wir zünden heute eine Kerze an und sehen Hologramme am Horizont. Du und Deine Einzigartigkeit bleiben unvergessen.

 

Spendenkonto

Ein Spendenkonto für Claus Cohnen ist eröffnet. Entscheidend ist nicht, wie viel jeder spendet, sondern dass möglichst viele spenden. Über jeden Euro, der dort eingeht, werden nicht nur die Kosten der Beerdigung gedeckt, sondern für weitere Projekte verwendet um z. B. die Verfilmung von Claus Cohnens Leben zu ermöglichen. Ein Film über sein Leben als Memorial.

Wenn man auf sein Leben zurückschaut, was er alles Großes geleistet und vollbracht hat, so ist er für viele eine Legende und die Menschen da draußen sollen wissen, wer er war und dass er der Papa der Hologramme auf den Kellogs Verpackungen und in den Nutella Deckeln ist, die sicherlich ihr selbst und eure Eltern noch kennen. Aber auch darüber hinaus ist er für die Menschen nicht nur für das interessant, was er über seine Hologramme, als Mitgründer des Chaos Computer Club etc. alles Großes vollbracht hat, sondern vielmehr ist auch wichtig, den Menschen zu sagen, wer er als Mensch war und mit wie viel Liebe und Aufrichtigkeit man in seinem Leben ebenfalls vorankommt.

Um sein Leben zu verfilmen, bedarf es natürlich einer großen Menge Geld und Erfahrungen. Cosma Shiva Hagen wird hierbei helfen, denn von ihr stammt die Idee. Das Spendenkonto ist so eingerichtet, dass keine Transaktion, keine Barabhebung ausgeführt werden darf, die nicht zweckgebunden etwas mit der Einäscherung, der Seebestattung, Claus Cohnens Verabschiedungsparty oder seinem Film zu tun haben.

Empfänger: Holoclaus
Kontonummer: 1042229748
BLZ: 20050550
Hamburger Sparkasse

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