Virtuose an den Decks – Interview mit George Perry

2015.0511.interview-George-PerryGeorge Perry steht für exquisiten House und percussiven Techno und damit hat er sich weltweit eine große Fanbase erspielt. “Der Virtuose an den Decks” ist schon viele Jahre als Plattendreher in der Weltgeschichte unterwegs und ist die Verkörperung von pumpendem House und Techno. Seine energiegeladenen Sets entfesseln jeden Dancefloor. Der Frankfurter George Perry hat eine ganz eigene Art entwickelt House, Techno, Jazz, Downbeatelemente und sogar Breakbeats miteinander im DJ Set zu kombinieren. Von Underground-Techno-Hymnen bis hin zu den großen upcoming House-Grooves ist für jeden etwas dabei. Diese Vielfältigkeit zeigt sich auch in den Antworten von George Perry, welche feierei.de Redakteur Ma-Cell ihm stellte.

 

Rückblickend auf deinen Weg als DJ fing dieser in den 80ern mit Soul, Funk und Pop an, aber im Verlauf der 80er Jahre führte dein Weg zur elektronischen Musik und über Deep House schließlich zum Techno. Eine weite musikalische Reise, sicherlich mit vielen Einflüssen. Wo befindest Du dich aktuell in den musikalischen Gefilden?

Elektronische Musik – Techno ist perfekt um Menschen zusammenzuführen, sich durch den Beat auf eine Reise einzulassen, damit Spaß zu haben und den Alltag zu vergessen, egal welcher Nationalität oder sozialen Standes, es ergibt sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

 

Dein Release ARKONIDE erschien vor kurzem gerade auf Beatport. Spiegeln deine Produktionen auch immer ein wenig deine DJ Sets wieder?

Ja, auf jeden Fall, die Einflüsse meiner Produktionen entstehen aus meinen Sets, die auch immer gespickt sind mit neuen Sounds der aktuellen Tracks und Technoklassikern.

 

Wegen der heutigen Digitalisierung gibt es gefühlt mehr DJs und Produktionen. Fluch oder Segen?

Jeder der ein iPhone hat, ist DJ mittlerweile, das stimmt (lacht)!

Nein, im Ernst, die Digitalisierung hat beides vereinfacht: DJing und Produzieren. Die Vermarktung ist nun weltweit und dadurch rückt alles näher zusammen! Das heißt natürlich auch, der Markt wird überflutet mit Tracks und DJs, somit wird es schwerer sich aus der Masse abzuheben. Es geht nicht mehr nur um die Musik, als DJ und Produzent muss man mitterweile Marketingexperte sein um weiterzukommen. Je besser die Marke gepuscht wird durch Fachmänner, desto erfolgreicher der Act!

Fazit: Fluch und Segen.

 

Clubs in Frankfurt wie Omen, U60310 oder Cocoon Club waren weit bis über die Deutsche Grenze bekannt. Alle drei Clubs gibt es heute nicht mehr in der uns bekannten Form. Wie hat das auf das heutige Nachtleben in Frankfurt ausgewirkt?

Ja, leider eine traurige Entwicklung! In Frankfurt gibt es neben dem Robert Johnson keinen reinen elektronischen Club mehr. Die Locations wie Tanzhaus West und MTW sind Veranstaltungsclubs, wo sich jede Woche Freitag und Samstag verschiedene Veranstalter hochkarätige Bookings um die Ohren hauen. Dazu kommen noch diverse kleinere Läden mit dem gleichen Konzept oder Eventkonzepte in geheimen Räumlichkeiten.

Auch der Open Air – Wahn hat hier Einzug gehalten. Ich habe das Gefühl, dass “jeder”, der einen Vorgarten hat, macht ein “Open Air“ und „jeder”, der morgens aufwacht, überlegt sich eine elektronische Party zumachen.

Und oft lässt die Qualität zu wünschen übrig, aber es entstehen auch großartige Events, die durch ihr Kreativität überzeugen. Das heutige Ausgehverhalten hat sich sehr verändert, denn die regelmäßigen Besuche in Clubs werden weniger und die großen Festivals wachsen mehr mehr durch ihre Einzigartigkeit. Das fördert natürlich ein Clubsterben und das nicht nur in Frankfurt!

 

Nach den mir vorliegenden Informationen kann man dich zu den Frankfurter Urgesteinen zählen. Hast Du schon immer dort gelebt?

Ja, meine Homebase ist das Rhein Main Gebiet mit der Metropole Frankfurt.

 

Inwieweit hat dich die Stadt insgesamt deine Laufbahn beeinflusst?

Ganz einfach: Wo Frankfurt draufsteht ist “Underground” drin! Genau das ist es, was weit über die Grenzen hinaus bekannt ist in der elektronischen Musikszene.

 

Obwohl Dein Werdegang unzählige und erfolgreiche Meilensteine aufweist, bist Du im Norden weniger Präsent. Aber erfreulicherweise bist Du am 13. Mai in der Bremer Lightplanke zu Gast. Wie schätzt Du den Norden gegenüber den Süden ein?

Ja, leider ist der Norden, was Techno angeht, etwas ruhiger! Der Norden stand jahrelang mehr für House und Trance, aber in den letzten Jahre enwickelte sich auch dort eine interessante Technoszene und ich freue mich darauf. Die Mitte und der Süden hingegen ist bestückt mit großartigen Technoclubs und Megafestivals, die als mehr wachsen durch den Mut der Veranstalter und Clubmachern. Auch der Osten von Deustchland wird stärker und aufmerksamer um elektronische Musik noch mehr zu etablieren.

 

Was war dein bisher schlimmstes Erlebnis beim Clubauftritt? Was geht gar nicht, aber kommt dennoch immer wieder vor?

Schlimmstes Erlebnis: Zuzusehen wie mein Plattenkoffer in Chicago beim Ausladen vom Flughafenpersonal aus ca 2 m Höhe auf der Rollbahn zerschellte und die Hälfte der Platten unbrauchbar wurden. Das bedeute nochmal Shopping vor dem Gig!

Was geht gar nicht, aber kommt dennoch immer wieder vor? Im Technoclub zu stehen und die Frage kommt „Kannst du mal Hip Hop spielen?“.

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Ma-Cell

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